Gut rutschen mit Bratapfellikör

Absurderweise habe ich bei der Familie meines Freundes einen Ruf als Einmachfanatikerin. Dabei hab ich jahrzehntelang eigentlich nur eine einzige Konfitüre gegessen: Hagebutten. Alle anderen habe ich aufgrund der darin enthaltenen Fruchtstückchen verschmäht. Denn ich mehr hasse nicht mehr als durchweichte (in der CH haben wir dafür den schönen und viel treffenderen Begriff „pfludrige“) Fruchtstücke.

Bratapfellikör für kalte Wintertage – Zimt für die Seele

Ein Besuch in München hat alles verändert. In einer wunderschönen und winzig kleinen Konditorei hat mich ein Glas „Erdbeer-Rhabarber Marmelade mit Vanille“ angelacht. Das ist erstaunlich, schliesslich gibts in Konditoreien auch Kuchen. Und Schokolade. Vermutlich lags an der Vanille, aber ich musste dieses unscheinbare Glas Marmelade haben. Zurück in Zürich haben es mein Freund und ich innerhalb weniger Tage leergegessen. So, so lecker! Und weil wir nicht sofort nach München zurückfahren und Nachschub holen konnten, habe ich mich eben selber ans Werk gemacht und versucht diese Offenbarung im Glas nachzukochen.

Bratapfellikör für kalte Wintertage – Zimt für die Seele

Seither mache ich hie und da mal etwas Konfitüre ein. Frau Glasgeflüster ist da schon ein ganz anderes Kaliber. Sie macht alles mögliche ein und es sieht auch noch alles super lecker aus. Sie hat mich dazu inspiriert diesen aufgesetzten Bratapfellikör auszuprobieren. Und ich habe es nicht bereut.

Bratapfellikör für kalte Wintertage – Zimt für die Seele

„Bratapfellikör nach Weihnachten?“, werdet ihr jetzt fragen, „wer kann denn jetzt noch Weihnachtsgewürze vertragen?“ Aber sehr ihr, dieser Likör muss mindestens drei Wochen ziehen. Und bis Ende Januar, wenn ihr schon wieder mitten im Berufsleben und in der Alltagshektik steht, werdet ihr euch nach etwas Zimt für eure Seele sehnen. Was kann da besser Abhilfe schaffen als ein Gläschen Rum mit leichtem Bratapfelgeschmack und dezenter Süsse?

Bratapfellikör für kalte Wintertage – Zimt für die Seele

Also setzt diesen Likör auf, am besten noch dieses Jahr! Er wird euch über die kalten Februartage hinweghelfen.

Bratapfellikör für kalte Wintertage – Zimt für die Seele

Das Originalrezept von Frau Glasgeflüster gibts hier.

Bratapfellikör
 
von:
ergibt ca.: 600ml
 
Zutaten
  • 6 grosse Äpfel (ich habe meine Lieblinge, Pink Lady verwendet)
  • 1 TL Zimt
  • 2 Zimtstangen
  • 4 Nelken
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Steranis
  • 4 Pimentkörner
  • 4 EL Sultaninen
  • 4 EL Unraffinierter Vollrohrzucker (z.B. Jacutinga oder Muscovado)
  • 900ml Rum
Beschreibung
  1. Backofen auf 200°C vorheizen. Äpfel waschen, entkernen und vierteln. Auf einem mit Backpapier belegten Blech anordnen und mit Zimt bestreuen. Während ca. 20–25 min. backen bis sie leicht aufplatzen und eure Wohnung herrlich nach Bratäpfeln riecht. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.
  2. Je die Hälfte der Gewürze, Sultaninen und des Zuckers in zwei grosse Gläser füllen. Die Zimtstangen dabei leicht verbrechen, damit sich der Geschmack besser entfalten kann. Die ausgekühlten Apfelstücke ebenfalls auf beide Gläser verteilen. Rum darüber giessen und dabei achten, das alles bedeckt ist. Notfalls mehr Rum zugeben. Gläser verschliessen.
  3. An einen dunklen Ort stellen und mindestens drei Wochen ruhen lassen. Hin und wieder etwas schütteln. Den fertigen Likör durch ein feinmaschiges Sieb giessen und in Flaschen abfüllen. Die durchtränkten Äpfel können dabei etwas ausgepresst werden. Fertig!

 

2 Kommentare

  1. Ooooohhhhh, ich werde ganz rot! Ganz ganz lieben Dank für diese tolle Erwähnung! Und dein Likör sieht wirklich grandios aus!
    Ich drück dich und wünsche Dir einen traumhaften Start ins neue Jahr!
    Deine Frau Glasgeflüster
    (Britta)

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.